Verfasser: Josef Seibold

20.02.2013


1888 - 1935


Im Jahr 1888 gründeten Geflügelzüchter aus Klotzsche und den umliegenden Ortschaften den "Geflügelzüchterverein Klotzsche und Umgegend" im Landesverband Sächsischer Geflügelzüchtervereine.

Nach mündlicher Überlieferung erfolgte die Gründung im „Hotel zum Bahnhof“, bekannt als Bahnhofshotel Klotzsche. Die gegenüber dem Bahnhof gelegene Gaststätte wurde 1884 erbaut. Es gehörten dazu ein großer Saal, Kegelbahn, Billardsalon, Gästegarten und mehrere Restaurationsräume. Es war zu dieser Zeit für Vereine ein beliebtes Lokal.

Das Vereinslokal - Bahnhofshotel Klotzsche um 1890
Das Vereinslokal - Bahnhofshotel Klotzsche um 1890

Klotzsche war damals sehr gut mit der Eisenbahn zu erreichen. Mit dem 1875 entstandenen Haltepunkt Klotzsche-Königswald der Schlesischen Bahn Dresden-Görlitz gründete sich bald auch der neue Klotzscher Ortsteil Königswald. Es zogen viele Menschen aus Dresden nach Klotzsche. So hatte Klotzsche um 1890 bereits über 2500 Einwohner.

Seit 1884 gab es auch eine Schmalspurbahn von Klotzsche nach Königsbrück. Diese günstige Verkehrsanbindung war sicherlich ein wesentlicher Grund dafür, dass viele Züchter aus Ortschaften, die an diesen beiden Eisenbahnlinien lagen, Mitglied im Klotzscher Verein wurden.


Der erste Vorsitzende war der Bauunternehmer Karl Gommlich aus Klotzsche, Königsbrücker Str. 8.


Karl Gommlich war Vorsitzender von 1888 bis 1902.


Die erste Geflügelausstellung des Vereines fand erst nach gut sechs Jahren vom 5. - 7. Januar 1895 statt.


Zwei große Standplakate auf der Königsstraße (heute „Zur neuen Brücke“) mit der Aufschrift „ I. Allg. Geflügelausstellung des Geflügelzüchter-Verein für Klotzsche und Umg.“ informierten auf dieser viel begangen Straße zum Bahnhof über diese I. Geflügelausstellung. In dem ältesten noch vorhanden Schreiben vom 24. Dez. 1894 ersucht der Vereinsvorsitzende den Gemeinde – Vorstand um eine Erlaubnis, die Standsäulen für diese Plakate in dieser Straße festmachen zu dürfen.


Wo diese I. Ausstellung stattfand, ist leider nicht vermerkt. Es ist aber belegt, dass die weiteren Ausstellungen alle in den Räumen der Gaststätte „Schänkhübel“ stattfanden. Sehr wahrscheinlich fand diese erste Ausstellung auch hier statt.


Zur Gaststätte Schänkhübel gehörte eine Turnhalle, die für weitere Geflügelausstellungen sicher sehr gut geeignet war. Später wurde diese Halle nach Umbau und Erweiterung bekanntlich als Lichtspieltheater genutzt.

Von dieser Ausstellung existiert noch eine Verlosungsliste, die über diese ausgestellten Rassen und Käfignummern Auskunft gibt. Danach wurden auf der ersten Ausstellung schon über 500 Tiere gezeigt.


In der Gewinnliste waren folgende Rassen aufgeführt:


  • Deutsche Landhühner
  • Kreuzung Langschan x Minorka
  • Kreuzung Landhuhn x Italiener
  • Langschan
  • Italiener
  • Hamburger – Goldlack
  • Dominikaner
  • Lakenfelder
  • Bantam – schwarz, rebhuhnfarbig und goldfarbig
  • Zwergkämpfer – goldfarbig
  • Land Enten
  • Emdener Gänse
  • Elsterkröpfer – gelb
  • Englische Kröpfer
  • Verkehrtflügelkröpfer – blau und rot
  • Römer – blau
  • Malteser – blau
  • Indianer – schwarz und braun
  • Pfautauben – blau und weiß
  • Tümmler – weiß, gelb, rot, schwarzweiß und rotgescheckt
  • Brieftauben – blau mit schwarzen Streifen
  • Altenburger Trommeltauben – schwarz und weiß
  • Feldtauben – weiß, schwarz, rot und blau


Verlosungslisten sind auch noch für weitere Ausstellungen vorhanden. Es war zu dieser Zeit offenbar üblich, dass die als verkäuflich gemeldeten Tiere von der Ausstellungsleitung aufgekauft wurden und als Gewinne zur Verlosung kamen. Genannter Zweck der Verlosung war die Verbreitung und Förderung von gutem Nutzgeflügel.

Ein Los kostete 50 Pfennig. Die Anzahl der Lose war abhängig vom Gewinnwert und lag so zwischen 4000 und 4500 Stück. Auf die Lose war eine Steuer zu entrichten. Die Ausgaben der Ausstellung wurden durch den Gewinn aus der Verlosung gedeckt. Alten Kassenbüchern kann man entnehmen, dass Ausstellungen fast nie einen finanziellen Gewinn brachten.


Jede Verlosung unterlag der strengen Kontrolle der Königlichen – Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt, die dazu folgende Vorgaben zur Kontrolle machte, deren Einhaltung der Gemeindevorstand zu kontrollieren hatte.


1. Es darf nur ausgestelltes Geflügel verlost werden. Singvögel sind von der Verlosung auszuschließen.

2. Die Zahl und der Preis der Lose muss zu der Zahl und dem Wert der Gewinne in angemessenem Verhältnis stehen.

3. Der Vertrieb der Lose muss auf den Ausstellungsort beschränkt bleiben und.

4. dass die Verlosung selbst nach einer vor der Losziehung aufzustellenden, von der Königlichen-Hauptmannschaft genehmigten und öffentlich bekannt zu machenden Listen unter Aufsicht der Obrigkeit erfolgt.


Aufgrund dieser strengen Auflagen sind viele Verlosungslisten im Gemeindeamt von Klotzsche aufbewahrt worden und befinden sich im Stadtarchiv. Dadurch wissen wir heute einiges über den damaligen organisatorischen Aufwand einer Ausstellung und vor allem, welche Rassen gezüchtet und ausgestellt wurden.


Stärker als heute stand damals der wirtschaftliche Nutzen aus der Geflügelhaltung im Vordergrund. In der Zucht wurde neben der Schönheit besonders Wert auf Leistung gelegt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auf den Ausstellungen auch Kreuzungstiere zweier Rassen standen und auch bewerte und prämiert wurden.


Ausstellungen führte der Verein ab 1895 jährlich meistens im Monat Januar durch.

Der Schänkhübel um 1900. Hier fanden bis 1900 die Geflügelausstellungen des Vereins statt.
Der Schänkhübel um 1900. Hier fanden bis 1900 die Geflügelausstellungen des Vereins statt.

Nach der Eröffnung des Ausflugslokales Alberthöhe im Jahr 1894 fanden auch hier ab 1901 Geflügelausstellungen statt. Das Ballhaus und Hotel Alberthöhe hatte den größten Saal von Klotzsche. Von der Veranda hatte man einen herrlichen Fernblick auf Dresden.


Umso bemerkenswerter ist, dass hier vom 30. 12. 1900 – 1. 1. 1901 zur Jahreswende die VII. Allgemeine Geflügelausstellung stattfand. Dass man zu Silvester so ein Lokal, wie es damals die Alberthöhe ware, für eine Ausstellung bekam zeigt, dass der Verein eine hohe Wertschätzung im Ort hatte. Sicher haben die Vereinsmitglieder hier mit einer zünftigen Silvesterfeier das Jahr 1901 begrüßt.

Saal der Alberthöhe um 1900. Hier fanden von 1900 bis 1925 viele Geflügelausstellungen statt.
Saal der Alberthöhe um 1900. Hier fanden von 1900 bis 1925 viele Geflügelausstellungen statt.

Um 1900 hatte der Verein 85 Mitglieder. Die Mehrzahl stammte aus den Ortsteilen von Klotzsche. Viele kamen aber auch aus nördlich von Dresden gelegenen Ortschaften wie Langebrück, Lausa, Weixdorf, Lotzdorf, Rähnitz, Wilschdorf, Reichenberg, Friedersdorf und Ottendorf-Okrilla.


Mit dem Eintritt in den Verein wurde ein Eintrittsgeld von 10 Mark erhoben. Der Jahresbeitag, genannt Jahressteuer, betrug 3 Mark.


Der Landesverband Sächsischer Geflügelzüchtervereine bestand im Jahr 1898 bereits aus 102 Vereine mit insgesamt 5800 Mitgliedern. Der Sitz des Verbandes war Dresden. Hier wurde auch die Verbandszeitschrift „Blätter für Geflügelzucht“ herausgegeben, die auch von unserem Verein abonniert wurde. Die Zahlen zeigten welchen Aufschwung die Geflügelzucht in dem letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhundert genommen hat. 1882 zur Gründung des Sächsischen Landesverbandes waren es 22 Vereine.


Im Verein kam neben dem geliebten Federvieh auch das gesellige Miteinander nicht zur kurz. Man Verstand es sehr gut, zusammen auch Feste zu feiern. So ein Fest war das jedes Jahr im Juli veranstaltete Sommerfest. Viele Lokale hatten einen Garten mit Tanzdiele, der zu derartigen Festen einlud. Besonders beliebt war der Kastaniengarten hinter dem Erbgericht Altklotzsche oder die Terrasse der Alberthöhe.

Diese Sommerfeste des Vereines waren auch bei den Klotzscher Bürgern sehr beliebt, denn Gäste waren immer herzlich willkommen.

Es wurde natürlich auch eine Verlosung durchgeführt, die Gewinne waren meist Geschenke der Mitglieder. Ein Los kostete 20 Pfg. Auch Pfefferkuchen wurden mit einem Glücksrad verlost. Das Los kostete 10 Pfg.

Die Lose mussten wieder beim Königlichen-Hauptzollamt beantragt und abgestempelt werden.

Diese Sommerfeste beinhalteten viele Dinge zur Volks- und Kinderbelustigung wie Ringe- und Kokosnusswerfen oder Kegeln. Eröffnet wurde das Fest nachmittags meist mit einen Gartenkonzert. Ab 20 Uhr bis 1 Uhr war dann Tanz. Das Tanzgeld (Band) betrug einmalig 50 pfg bis 1.- M. Der Tanz bis 1 Uhr musste vom Ortsvorsteher genehmigt werden.


Wie alte Kassenbücher zeigen, nahm der Verein bei Sommerfesten mehr ein als bei den Ausstellungen.


Von 1903 bis 1912 war der Produkthändler Friedrich Prasser aus Klotzsche, Königsbrücker Str. 12, Vorsitzender des Vereins.


Ausstellungen und Sommerfeste wurden unter seinem Vorsitz so wie bisher weitergeführt. Sie fanden vorwiegend in der Alberthöhe statt.


So fand die 10. Jubiläumsausstellung im Dezember 1904 ebenfalls in der Alberthöhe statt. Es muss eine ansprechende Ausstellung gewesen sein. Sie hinterließ in der Kasse aber dennoch ein Minus von 129,28 Mark.


Von 1913 bis 1935 leitete der Gutsbesitzer und Bäckermeister Ernst Wirth aus Altklotzsche, Hauptstraße 22, als Vorsitzender den Verein.


Unter seinem Vorsitz verlagerte sich das Vereinsleben mehr nach Altklotzsche.


Am 14. Juni 1914 also kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges, führte der Verein im Erbgericht Klotzsche ein Sommerfest durch. Es war für viele Jahre das letzte.

Durch den 1. Weltkrieg und dessen Folgen kam das Vereinsleben zum Stillstand. In den Jahren von 1914 bis 1919 fanden fast keine Ausstellungen statt. Versammlungen wurden ebenfalls nicht mehr regelmäßig durchgeführt. Beitragszahlungen erfolgten nach den Aufzeichnungen in sehr geringen Umfang von noch etwa 25 Mitgliedern.


Erst im Januar 1921 fand im Erbgericht wieder eine Geflügel- und Kaninchenausstellung statt.


Die 25. Jubiläumsschau wurde vom 6. - 8. Januar 1928 wieder in der Alberthöhe durchgeführt. In der Amtszeit von Ernst Wirth fanden Ausstellungen und Sommerfeste meistens im Erbgericht Klotzsche statt. Hier gab es einen großen Saal, behagliche Gasträume, Kegelbahn und einen Kastaniengarten mit Tanzdiele, bestens geeignet für die Sommerfeste.


Die 30. Jubiläumsschau vom 13. - 15. 1. 1933 fand erstmals im Lindengarten Hellerau statt.


Das Erbgericht in Altklotzsche ist sicher noch vielen bekannt als „Klubhaus der Flugzeugbauer“ und später als „Klubhaus Friedrich Wolf“. 2003 wurde das Gasthaus abgerissen.

Auch das Erbgericht in Altklotzsche war ein beliebtes Lokal des Vereines für Ausstellungen und Sommerfeste.
Auch das Erbgericht in Altklotzsche war ein beliebtes Lokal des Vereines für Ausstellungen und Sommerfeste.

Wenn auch viele Aktivitäten des Vereines wie Ausstellungen und Sommerfeste in anderen Klotzscher Gasthäuser stattfanden., so blieb doch das Bahnhofshotel immer das traditionelle Lokal für die Versammlungen. Auch noch in den 50er Jahren wurden die Versammlungen im Wechsel im Bahnhofshotel Klotzsche und Gasthof Wilschdorf durchgeführt. Am 17. 2. 1962 fand im Saal des Bahnhofshotel letztmalig eine Monatsversammlung statt. In den Jahren danach wurde nur noch das kleinere Restaurant als Gaststätte betrieben. Der Saal wurde von der HO als Lagerraum genutzt.

Hauptversammlung im Saal des Bahnhofshotels Klotzsche um 1935 (v.l. Helmut Behnisch, 3.v.l. Willy Kutzmann)
Hauptversammlung im Saal des Bahnhofshotels Klotzsche um 1935 (v.l. Helmut Behnisch, 3.v.l. Willy Kutzmann)

1935 - 1960

 

Von 1935 bis 1960 leitete Alfred Naumann, wohnhaft in Hellerau, als Vorsitzender den Verein. Aus dieser Zeit sind nur wenige Unterlagen vorhanden. Wir wissen nur, dass 1939 die 36. und 1950 die 38. Ausstellung durchgeführt wurde.

 

In den Jahren zwischen 1940 und 1949 fand praktisch kein Vereinsleben statt.

 

Nach 1945 stand die Rassegeflügelzucht wie das gesamte Land auf einem Tiefpunkt. Viele Züchter kamen aus dem Krieg nicht mehr zurück, andere erst Jahre danach aus der Kriegsgefangenschaft.

 

In dieser Zeit organisierte Alfred Naumann den Neubeginn des Vereines. Ihm zur Seite standen Züchterpersönlichkeiten wie Paul Bergmann, Willy Kutzmann, Helmut Behnisch, Fritz Neumann, Herbert Naumann, Paul Graf, Emil Wolf um nur einige zu nennen. Die meisten von ihnen waren schon seit den 30er Jahren aktive Vereinsmitglieder. Mit der Gründung des VKSK im Jahr 1952 erhielten wir den Namen „Sparte Rassegeflügelzüchter Klotzsche und Umg. des Kreisverbandes Dresden der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter“.Ein Züchter, der in dieser Zeit mit großen Ehrgeiz daran ging, nach seiner Vorstellung ein schönes, leistungsfähiges und schnellwüchsiges Huhn zu schaffen, war Zuchtfreund Alfred Zumpe. Das Ergebnis war eine eigenständige Rasse, das „Dresdner Huhn“.

 

Aber auch Züchter wie:

Willy Kutzmann mit blauen Elsterkröpfern und rebhuhnfarbigen Italiener;

Fritz Neumann mit Brakel, gold;

Walter Naumann mit schwarzen Elsterkröpfern und Italiener, schwarz;

Karl Fuchs mit Wyandotten blau-gold;

Paul Graf mit Reichshühnern;

Hermann Gommlich mit La Fleche;

Paul Bergmann mit Florentinern, blau und Strasser blau und schwarz;

Alfred Naumann mit Deutschen Zwerghühnern, goldfarbig;

Werner Panicke mit Deutschen Schautauben;

Kurt Menzel mit Zwerghühnern, porzellanfarbig und Pfautauben, weiß und schwarz;

Kurt Müller mit Pfautauben, weiß und Elsterkröpfern, rot und gelb;

waren herausragende Züchter dieser Jahre des Neubeginns.

 

Willy Kutzmann z. B. war eine Institution in Sachen Tauben- und Geflügelzucht. Bekannt war er vielen durch seinen Handel mit Geflügel. Seine große Taubenvoliere beherbergte die verschiedensten Taubenrassen. Sobald man sich handelseinig war, kam mit geschickter Hand das Fangnetz zum Einsatz, was für uns Jungs immer sehr beeindruckend war. Und wenn man doch mal ohne Tauben von Hof ging, so hatte man zumindest viele gute Tipps erhalten. 1953 fand vom 12.-13.12. unsere 41. Allgemeine Rassegeflügelausstellung im Gasthof „Heiterer Blick“ in Weixdorf statt.Zu sehen waren über 500 Tiere. Hier stellte Alfred Zumpe als Neuzüchtung erstmals 1,5 Neue-Dresdner unter der Farbbezeichnung „gold“ aus. Neben den züchterrichen Belangen war immer der freundschaftliche, gesellige Zusammenhalt im Verein sehr wichtig. So wurde in den 50er Jahren wieder damit begonnen, einmal im Jahr gemeinsam mit den Angehörigen etwas zu unternehmen. Diese gemeinsamen Fahrten waren und sind bis heute immer ein besonderer Höhepunkt im Vereinsleben. Die nachfolgende Bilder entstanden 1959 bei einer Busfahrt nach Neukirch und Ebersbach, wo man Zuchten besichtigte.

Züchtergespräche - Willy Kutzmann (li. Bild li.) und Günter Kutzmann (r. Bild li.)
Züchtergespräche - Willy Kutzmann (li. Bild li.) und Günter Kutzmann (r. Bild li.)

In der Jahreshauptversammlung am 26. 03. 1960, die im Bahnhofshotel Klotzsche stattfand, gab Alfred Naumann das Amt des 1. Vorsitzenden nach 25 Jahren aus gesundheitlichen Gründen ab.Es wurde ein neuer Vorstand gewählt. Der bisherige 2. Vorsitzende Heinz Nagel wurde 1. Vorsitzender, 2. Vorsitzender wurde Helmut Behnisch, Kassierer Kurt Menzel, Schriftführer Paul Graf und Zuchtwart Fritz Neumann. Alfred Naumann wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt.Heinz Nagel siedelte jedoch kurz nach seiner Wahl im Mai 1960 in die BRD über. So wurde Helmut Behnisch in einer Nachwahl zum 1. Vorsitzenden und Neumann Fritz zum 2. Vorsitzenden sowie Albin Fröhlich zum 2. Kassierer gewählt.


1960-1976

 

Von 1960 bis 1976 war Helmut Behnisch aus Wilschdorf 1. Vorsitzender des Vereines.

 

Versammlungen fanden bis 1962 abwechselnd in Klotzsche und Wilschdorf statt. Danach waren das Gasthaus „Wilschdorfer Höhe“ und der Lindengarten Hellerau unter dem Namen „Klubhaus der Federnfarbik“ bzw. „Klubhaus der Werktätigen“ Versammlungslokale des Vereines.

 

1961 wurde vom Kreisverband die Kreisschau an unseren Verein vergeben. Sie fand am 2. und 3. Dez. 1961 im Lindengarten Hellerau statt. Es standen 955 Tiere von 186 Ausstellern in den Käfigen. Darunter die beachtliche Zahl von 375 Hühnern und 165 Zwerghühnern. Die Schau muss so gut gewesen sein, das der Verein von der Kreiszuchtkomission auch die nächste Kreisschau zugesprochen wurde. Leider musste diese Schau wegen einer Tierseuche aussfallen. Eine nächste Kreisschau fand dann vom 27. - 28. 11. 1965 wieder im Lindengarten Hellerau statt.

Die 50. Jubiläums-Rassegeflügelausstellung unseres Vereines fand vom 26. - 27. 11. 1966 im Dorfklub Wilschdorf statt. Es wurden dabei 470 Tiere ausgestellt.

 

Am 1. 1. 1962 hatte unser Verein 77 Mitglieder. In der Amtszeit von Zuchtfreund Behnisch erfolgte nach und nach auch eine Verjüngung im gesamten Vorstand. So wurde in der Herbstversammlung 1964 Günter Kutzmann zum 1. Kassierer gewählt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod 1997 inne, also 33 Jahre. In der Züchterwelt war er vorallem durch seine blauen Verkehrtflügelkröpfer bekannt, mit denen er auf großen Schauen höchste Noten und Preise erziehlte. 1968 wurde auch der Zuchtfreund Horst Kühne in den Zuchtausschuss gewählt. Er war danach bis 2004 Zuchtwart unseres Vereines, das sind 36 Jahre. 1971 übernahm Hans Becker das Amt des 1. Schriftführers.

 

Neue Mitglieder erhofften sich über den Verein auch günstig an Futter zu kommen. Die Sparten erhielten entsprechend ihrer Mitgliederzahl und Tierhaltung und der Erzeugung von Eiern, Weißfleisch, Federn, Felle u.a. eine Zuteilung von Futter. Alles musste in der Leistungsbögen genau erfasst und an dem Kreisverband gemeldet werden. Auch der Eigenverbrauch konnte mit eingerechnet werden. Die gemeldeten Zahlen waren daher oft märchenhaft. So meldete unsere Sparte 1962 unter anderem die Erzeugung von 144000 Eiern.

In den Versammlungen stand die Futterverteilung oft als Streitpunkt auf der Tagesordnung. Auch gab es vom Kreisverband Zuteilungen von Baustoffen wie Dachpappe, Bretter, Maschendraht und Zement, was man sich heute nicht mehr vorstellen kann.

Es war zu dieser Zeit nicht einfach, sein Rassegeflügel mit guten Futter zu versorgen. Gefragt waren gute Beziehungen z.B. zu Mitgliedern der LPG.

 

In den 60er und 70er Jahren waren die sogenannten Blaufahrten beliebt. Das Ziel wurde den Mitgliedern oft erst bei der Abfahrt mitgeteilt. Aber sicher war es für die meisten kein Geheimnis mehr. Die Fahrten gingen in den Spreewald, wo alle dann vereint in einem Boot saßen, wie das Bild zeigt.


1976 – 2004 '

 

Von 1976 – 2004 leitete Hans Becker aus Volkersdorf den Verein als 1. Vorsitzender. Das sind 29 Jahre. Er ist damit der Vorsitzende mit der längsten Amtszeit. Er leitete den Verein in all den Jahren mit Umsicht und ruhiger Hand.

 

 


Impressionen des Vereines der Rassegeflügelzüchter Klotzsche 1888 e. V.